Mut zur Selbsterkundung deines Muttermundes

 Kennst du deinen Muttermund?

Seit heute fühle ich mich noch mehr als Frau. Endlich habe ich mir Raum und Zeit genommen meinen Muttermund (in Fachkreisen Zervix genannt) kennenzulernen. Wow, das war wirklich magisch! Eigentlich habe ich mir nichts Großes davon erhofft, jedoch fühle ich mich seitdem „ganzer“, total glücklich, beflügelt, geerdet und Löwinnenstark. Nun habe ich kein Bild mehr im Kopf, wie so ein Muttermund so aussieht – nun kenn‘ ich meinen eigenen!

Aus dieser beschwingenden Entdeckung heraus habe ich mich dazu entschieden, meinen ersten Blogeintrag der Zervix zu widmen und möchte dir damit den Mut und die Möglichkeit geben dich selbst noch ein Stückchen mehr kennen zu lernen. Denn wer nimmt sich heute schon die Zeit dafür die Veränderung des Muttermundes im Laufe des Zyklus zu spüren, wenn es doch schon Apps gibt, die alles genau (?) berechnen? – DU! Denn es ist dein wunderbarer Körper!!!

In diesem Blogbeitrag werde ich dir zuerst die Vorteile der Muttermund-Ertastung näherbringen und dir danach genau beschreiben wie du dies am besten tust. Glaub mir, es ist ganz leicht und kann dich bärinnenstark machen 😉

 

Die 5 Vorteile der Ertastung deines Muttermundes

  1. Diese Erfahrung und neue Verbindung zu deinem Körper kann starke Kräfte und Glücksgefühle auslösen.
  2. Du kannst beobachten, wie sich dein Frauenkörper im Laufe deines Zyklus verändert und du nimmst dabei bewusst ein (!) Zeichen deines Eisprungs wahr (beachte bitte, dass dies allein keine Methode zur Empfängnisverhütung ist!).
  3. Dein Körperbewusstsein wächst und damit wächst auch die Verbundenheit zu deinem Körper und deinem Frau-Sein.
  4. Du kennst deinen Frauentempel von innen und lässt diese Erfahrung nicht in den Händen deiner Frauenärztin oder deines Frauenarztes.
  5. Du lernst den Weg kennen, den dein Baby vielleicht einmal aus dir heraus in die Welt wählen wird. Dabei merkst du, dass es nur ein paar cm sind, die dabei zurückzulegen sind. Dies kann sehr schnell und komplikationslos sein.

 

So kannst du selbst deinen Muttermund abtasten

Wusstest du, dass sich dein Muttermund im Laufe deines Menstruationszyklus in seiner Festigkeit und Position verändert? Dies zu ertasten ist ganz leicht und du brauchst dafür keinerlei medizinischen Geräte. Wie das geht und was dabei zu beachten ist, erkläre ich dir jetzt step by step.

  1. Wasche dir deine Hände mit Wasser und Seife. Es ist wichtig, dass deine Hände sauber sind, denn du wirst deinen Muttermund mit ihnen abtasten, und somit vermeidest du, dass Krankheitserreger in deine Vagina und deine Gebärmutter gelangen können. Bitte verwende auch keine Handcreme oder Vaseline, da diese vaginale Infektionen auslösen können. Bitte achte auch darauf, dass deine Fingernägel nicht zu spitz oder lang sind, damit du dich mit ihnen nicht verletzen kannst.
  2. Suche dir einen ruhigen Platz, an dem du ungestört bist und dich wohlfühlst. Du kannst dir die Muttermunderkundung auch zu einem täglichen Ritual z.B. unter der Dusche machen.
  3. Finde heraus, welche Position für dich am gemütlichsten und am geeignetsten ist deinen Muttermund zu erfühlen. Jeder Frauenkörper ist etwas anders gebaut, deshalb ist es wichtig, dass du für dich herausfindest was dir am angenehmsten ist. Für viele Frauen ist es am leichtesten ihren Muttermund im Sitzen (oder hocken) als im Stehen oder im Liegen zu ertasten. Es ist leichter, wenn du dabei deine Beine öffnest.
  4. Führe nun deinen Mittelfinger oder Mittel- und Zeigefinger genmeinsam vorsichtig in deine Vagina ein. Wenn es dir angenehmer ist, kannst du dauch ein Gleitmittel auf Wasserbasis verwenden. Deine vaginale Feuchtigkeit ändert sich im Laufe deines Menstruationszyklus. Deshalb kann es sein, dass du an einem Tag ganz leicht in deine Vagina hineingleiten kannst, sie sich an einem anderen Tag jedoch ganz trocken anfühlt und du vielleicht lieber ein Gleitgel verwenden möchtest. Achte darauf, dass dir die Berührung gut tut und angenehm ist. Wenn du dich an einem Tag nicht danach fühlst oder es dir unangenehm ist, dann versuche es einfach an einem anderen Tag nochmal.
  5. Versuche nun deinen Muttermund zu ertasten. Dieser liegt etwa 7-15cm tief in deiner Vagina und fühlt sich kugel- oder zapfenförmig an. Wenn du in deine Vagina hineingleitest, kannst du spüren, dass sich ihre Wände gewellt anfühlen, dein Muttermund ist jedoch ganz glatt.

 

So kannst du die Zeichen des Eisprungs an deinem Muttermund erkennen

  • An der Position deines Muttermundes: Je nachdem, wo du dich gerade in deinem Zyklus befindest, wird dein Muttermund weiter unten oder weiter oben zu ertasten sein. Am Anfang deines Zyklus reicht dein Muttermund tief in deine Vagina hinein und kann somit leicht ertastet werden. Wenn deine fruchtbaren Tage beginnen wandert dein Muttermund nach oben. Er sitzt somit höher und du wirst ihn etwas schwieriger finden. Nach deinen fruchtbaren Tagen wandert dein Muttermund wieder weiter nach unten. Anfangs wirst du diesen Unterschied vielleicht noch nicht ganz klar wahrnehmen können – lass dir einfach Zeit deinen Körper kennenzulernen. Mit der Zeit wirst du bestimmt einen Unterschied bemerken.
  • An der Festigkeit deines Muttermundes: Im Laufe deines Zyklus verändert sich auch die Festigkeit deines Muttermundes. Direkt nach der Menstruation wird sich dein Muttermund fest wie deine Nasenspitze und geschlossen anfühlen. Wenn du schon ein Kind geboren hast kann es sein, dass du eine winzige Öffnung in der Mitte wahrnehmen kannst. Sobald deine fruchtbaren Tage beginnen wird dein Muttermund weicher. Er fühlt sich dann so an wie ein Ohrläppchen. Jetzt wirst du auch ganz deutlich eine Öffnung oder einen Schlitz in deinem Muttermund bemerken. Nach deinem Eisprung wird sich dein Muttermund wieder hart anfühlen, er schließt sich und du wirst ihn durch die tiefere Position leichter erfühlen können.

 

Abschließend möchte ich dir noch sagen, dass es eine sehr tiefgehende Erfahrung sein kann deinen Muttermund zu ertasten und mehr von deinem Frau-Sein kennenzulernen. Spüre genau was für Emotionen aufkommen. Gib ihnen Raum. Bekommst du Lust? Wirst du traurig? Was tut dir jetzt gut? Achte, ehre, feiere deinen Körper – auf die Art und Weise, wie es sich für dich stimmig anfühlt und du es genießen kannst. Für mich war es eine sehr stärkende, lustvolle und manchmal auch lustige Erfahrung.

Ich freue mich, wenn du mir einen Kommenatr hinterlässt und mit mir teilen magst, wie es sich für dich anfühlt deinen Muttermund zu erspüren und was es in dir erfacht.

 

Frauenkräftige Grüße

Ana-Zara

2016-07-30T01:14:59+01:00

3 Kommentare

  1. Alena 25. August 2016 um 20:33 Uhr - Antworten

    Liebe Anna-Zara, vielen Dank für deinen mutigen und aufschlussreichen Beitrag! Nicht viele Bloggerinnen trauen sich so über Selbsterfahrungen mit ihrem eigenen Körper zu sprechen. Seit zwei Jahren habe ich mein Leben komplett geändert: ich ernähre mich seitdem vegan, konsumiere insgesamt weniger und bewusster, nehme keine Pille mehr und achte sehr auf meine Mitmenschen. Ich versuche ein so natürliches Leben zu führen wie möglich. Meinen eigenen Körper zu erkunden fehlte mir bis jetzt aber irgendwie der Mut – ich wurde doch sehr konservativ erzogen. Vielleicht folge ich deinen Tipps hier und fasse mir Mut. In meinem Horoskop für diese Woche auf astrosofa.com stand auch, dass ich diese Woche den Mut finden kann meine eigene Stärke weiter auszubauen. Ich danke Dir auf jeden Fall sehr für Deinen tollen Blog und Beitrag! Mach bitte weiter so! 🙂

    Ganz herzliche Umarmung, Alena

    • Ana-Zara 31. August 2016 um 23:55 Uhr - Antworten

      Liebe Alena,
      danke für dein ehrliches Kommentar. Ich freue mich sehr, dass dich mein Blogeintrag dazu inspiriert deinen wunder-vollen Körper noch mehr kennenzulernen. Ich wünsche dir ganz viel Mut, Offenheit, Zeit und Spaß bei dieser Reise. Lass mich gerne wissen, wie es dir dabei ergeht.
      Herzlichst Ana-Zara

      • Ana-Zara 1. September 2016 um 0:00 Uhr - Antworten

        Und ich glaube, dass es für jede von uns eine Herausforderung ist diese gesellschaftlich anerzogene Distanz zum eigenen Frau-Sein zu überqueren — und weiß, dass es sich lohnt 😉

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